Neues raumwissenschaftliches Forschungsnetzwerk in Frankreich :
Collège International des Sciences du Territoire (CIST)
Um das interdisziplinäre Feld der Raumwissenschaften in Frankreich zu institutionalisieren und mit internationalen Debatten zu verknüpfen, wurde in Paris im Sommer 2010 das « Collège International des Sciences du Territoire » geschaffen. Gründungsmitglieder dieses Groupement d’Intérêt Scientifique (GIS), einer Körperschaft des Öffentlichen Rechts, sind die Université Paris 1, die Université Paris Diderot (Paris 7) und das Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS). Als institutionelle Partner unterstützen verschiedene nationale Einrichtungen das Vorhaben, darunter die Fachbehörde DATAR (vergleichbar dem deutschen BBSR), das Institut d’Aménagement et d’Urbanisme Ile-de-France sowie die Agence de l’Environnement et de la Maîtrise de l’Energie (ADEME, vergleichbar dem Umweltbundesamt).
Ziel des CIST ist es, die Aktivitäten der raumwissenschaftlichen Forschungszentren in der Region Paris zu bündeln, Synergien zu fördern (z.B. durch Nutzung komplementärer inhaltlicher oder methodischer Profile, etwa im Rahmen größerer Projektausschreibungen) und den Bezug zwischen Forschung und Lehre zu stärken (z.B. durch gemeinsame elektronische Lehrplattformen oder Einrichtung eines internationalen Masterprogramms „Raumwissenschaften“). Derzeit wirken ca. 15 Einrichtungen verschiedener Disziplinen mit, insgesamt etwa 250 Forscherinnen und Forscher, davon 90 Habilitierte aus den Bereichen Geographie, Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Demographie, Geschichte, Jura, Archäologie und Ethnologie. Mehrere der beteiligten Arbeitsgruppen sind in europäische Forschungsvorhaben involviert (7. Rahmenprogramm, ESPON, INTERREG, Europäische Umweltagentur, EU-Kommission, Europäisches Parlament u.a.). Zu den überregionalen Partner gehören die Universitäten Besançon, Metz, Lausanne, Louvain-la-Neuve und Luxemburg. Langfristig sollen einige der beteiligten Arbeitsgruppen in einem eigenen Gebäude zusammenziehen, um die Sichtbarkeit des CIST zu erhöhen und weitere Synergien zu ermöglichen.
Begleitet wird die Arbeit des CIST von einem wissenschaftlichen Beirat, dem zehn Vertreter/-innen der beteiligten Institutionen sowie zehn ausländische Wissenschaftler/-innen aus unterschiedlichen Disziplinen angehören. In diesem Kreis wurden auch die ersten thematischen Schwerpunkte des CIST definiert. Diese umfassen:
Zur weiteren Ausgestaltung des Arbeitsprogramms sowie zur stärkeren Vernetzung der Partner findet am 23.-25. November 2011 in Paris eine internationale Tagung unter dem Titel „Fonder les sciences du territoire / Founding Territorial Sciences” statt.
Der zugehörige Call for Papers sowie weitere Informationen über das Netzwerk finden Sie unter:
Christian Schulz, Luxemburg, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des CIST